Die Geschichte der Etelser Schloßbühne


Wie alles anfing...

Da gab es vor über 40 Jahren eine Gruppe junger und jugendlicher Menschen, Turnerjugend genannt, die sich allwöchentlich zur "Freizeitgestaltung" in Etelser Gasthaussaal oder in einer Schulklasse trafen. Unter Leitung von Annelies Ahlers wurden Programme für Erntefeste und Vereinsfeste des TSV Etelsen zusammengestellt, u. a. mit Volkstänzen und kleinen Spielen.

Anlässlich eines Vereinsjubiläums (1961) sollte die alte Tradition des plattdeutschen Theaterspiels wieder aufgenommen werden. Aber die "Plattsnacker" waren rar, doch wagten sich fünf Mutige mit sprachlicher Unterstützung von Eltern und Großeltern an den plattdeutschen Einakter "De Straf" von Alma Rogge, der 1961 zum Novemberkommers auf die Bühne kam. Es wurde ohne Kulissen und mit sehr einfacher Ausstattung sowie sparsamer Kostümierung gespielt. Das Spiel fand jedoch einen solchen Anklang, daß eine jährliche Wiederholung gewünscht wurde. So ist es zur Tradition geworden, daß bis heute jedes Jahr in Etelsen ein Theaterstück aufgeführt wird.

Um personell nicht so eingeengt zu sein, studierte Annelies Ahlers zunächst auch hochdeutsche Stücke ein, wie "Ein Junge muß her" und "Lottokönig Otto", wobei letzteres ein ungewöhnlicher Erfolg wurde. Von diesen Anfängen rührt die Liebe zum Theaterspielen her, die dazu geführt hat, dass viele Mitwirkende im Verein über Jahrzehnte aktiv dabei waren und zum Teil heute noch sind, zum Beispiel Hans-Dieter Knüppel (seit 1961), wie auch Wilfried Hävecker (seit 1963), Angelika Bothmer und Rena Sueße (seit 1969).

Ab 1964 konnte Annelies Ahlers auf einen stärkeren Stamm aus der alten plattdeutschen Spielergarde zurückgreifen. Die Theatergruppe erhielt einen eigenen Theaterabend im Jahresprogramm und führte abendfüllende, plattdeutsche Dreiakter auf. Es wurden Kulissen gebaut, die Ausstattung erweitert und Fachleute für Frisur- und Schminkkunst herangezogen. Zwischen 1973 und 1975 schieden einige ältere Spieler aus und es wurden mehrere jüngere Kräfte hinzugewonnen. Das Theaterteam begann ein aktives Eigenleben zu entfalten, das sich nicht immer mit den Prinzipien des TSV Etelsen vertrug und schließlich trennte man sich.

Es kam 1978 zur Gründung der Interessengemeinschaft

Man nahm auswärtige Gastspiele bei Vereinen und Seniorenheimen an. Dabei wurde immer klarer, daß ein solides fachliches Können erforderlich wäre. Man suchte den Rat eines ausgebildeten Regisseurs und gewann mit Dieter Jorschik den gewünschten Fachmann, der die Stücke von 1980 bis 1985 inszenierte. Ein Maskenbildner, der für die fachgerechte "Aufmachung" sorgte, wurde ebenfalls gefunden.

Durch den Kontakt von Jan-Gerd Brüns zum Heimatverein Norderney reiste die Etelser Laienspielbühne 1979 auf die Nordseeinsel und spielte zum ersten mal in einem "richtigen" Theater. Dieses Gastspiel im Kurtheater Norderney sollte für viele Jahre, bis 1992, fester Bestandteil im Jahresprogramm der Bühne bleiben. Aber auch weitere "Auswärtsspiele" wurden jährlich durchgeführt. Die "Heimspiele" konnten von anfänglich drei auf zunächst fünf Abende erweitert werden. Um den Transport in entfernte Spielorte zu erleichtern, baute Dieter Bothmer neue transportfreundlichere Kulissenteile.

1983 reifte der Entschluß, einen Verein zu gründen. Um die Verbundenheit mit dem Heimatort Etelsen auszudrücken, wählte der Verein das Zeichen des Etelser Wappens für sich und den Namen:

Die Leitung der Schloßbühne lag lange in den Händen des ersten Vorstandes Dieter Bothmer (Vorsitzender), Henning Sueße (Schriftführer) und Horst Hesse (Kassenwart). Durch Lehrgänge vom Landesverband Bremer Amateurtheater e.V., dem der Verein angehört, sowie durch Schulungen vor allem durch den Schauspieler und Regisseur Dieter Jorschik, konnten die Leistungen im Bereich Spiel und Maske wesentlich verbessert werden. Mittlerweile haben sich auch Fachleute für Bühnenbau, Beleuchtung und Ton, Maske und Requisite gefunden.

Die Regie wurde seit den Inszenierungen von Dieter Jorschik (bis 1985) immer in professionelle Hände gegeben. So führte von 1986 bis 1998 Bigge Lünemann, die als Regieassistentin und später auch Regisseurin am Stadttheater Wilhelmshaven und bei der Schlossbühne Jever tätig war, das Ensemble. 1999 inszenierte Horst Ahrendholt, Schauspieler am Ernst Waldau-Theater in Bremen und am Ohnsorg-Theater Hamburg, der ebenfalls bereits Regieerfahrung gesammelt hatte und 2001 führte Uwe Pekau, ebenfalls Schauspieler und Regisseur am Ernst-Waldau-Theater, Regie. Lediglich im Jahr 2000 lag das Stück hauptsächlich in vereinseigenen Händen: Wilfried Hävecker, der bereits einige Jahre Bigge Lünemann als Regieassistent unterstützt und ihr dabei "über die Schulter gesehen" hatte, übernahm, unterstützt von Angelika Bothmer als Regieassistentin und Beratung durch Bigge Lünemann, erfolgreich die Inszenierung. In den Jahren 2002 bis 2007 führte Brigitte Schönecker die Regie, 2008 bis 2010 Ullrich Matthaeus. Im Jahr 2011 übernahm erstmals Martin Gresselmeyer die Inszenierung.

 

Sie können sich hier eine Auflistung aller aufgeführten Stücke ansehen

 

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